Nachrichten im Überblick
Wirbel um Aktionskunst-Video aus Prenzlberg
Das Zentrum für Politische Schönheit, das in Prenzlauer Berg ansässig ist, wurde u.a. durch die 16.744, vor dem Brandenburger Tor aufgetürmten, bosnischen Schuhe bekannt. „Der Berg aus Trauer“ sollte symbolisch den Opfern des Massakers in Srebrenica gedenken.
In ihrem neuen Film „Schuld – Die Barbarei der Privatheit“, der sich mit der Nahrungsmittelspekulation befasst, ist ein Gespräch mit dem Pressesprecher der Deutschen Bank zu hören. Stein des Anstoßes war ein Ausschnitt von knapp 90 Sekunden des Gesprächs, in dem dieser den Afrikanern die Schuld an ihrer Armut gibt. Die Justiziare der Deutschen Bank forderten zunächst die Entfernung des nicht autorisierten Gesprächs. Nachdem sich die Aktionskünstler weigerten und der Fall immer größere Wellen in der Öffentlichkeit schlug, verzichtete die Deutsche Bank auf die angekündigten juristischen Schritte.
In einem Interview mit dem Gründer des Zentrums für politische Schönheit Philipp Ruch, antwortete er auf die Frage, wie es im Vorfeld der Arbeiten zum Film gelang, den Pressesprecher der Deutschen Bank für ein Gespräch zu gewinnen: „... Danach hat er uns eine halbe Stunde mit dem Nutzen von Nahrungsmittelspekulationen vollgequatscht. Daraufhin habe ich ihm vom Nutzen gigantischer Freiluftgulags vorgeschwärmt, die so groß sind wie Staaten. Da war dann erst mal Ruhe.“
Das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) vereint Aktionskunst und Politaktivismus und ist eine Denk-, Gefühls- und Handlungsfabrik für politische Poesie. Grundanliegen sind: eine Rekonzeptualisierung des Kampfes um die Menschenrechte, eine humanitäre Kurskorrektur der Gegenwart und die Verhinde- rung genozidalen Massensterbens.
Schlüsselübergabe mit Zuversicht
Nach 25-jährigem Ringen um Zukunft und sinnvolle Nutzung des Stadtbads Oderberger Straße scheint nun eine nachhaltige Lösung in Sicht zu sein. Hans-Dieter Jaeschke, Ehemann der GLS-Sprachschulen-Chefin Barbara Jaeschke, übernahm noch vor Weihnachten von Christian Melcher, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Stiftung Denkmalschutz, die Schlüssel des Stadtbads. Das jahrelange Hickhack ist damit zumindest vorbei. Mit Sanierung und Umbau soll zügig begonnen werden, so die neuen Eigner.
Der „Leise Park“ fertig
Am 22. Dezember erfolgte durch das Bezirksamt die Abnahme der landschaftsgärtnerischen Arbeiten für den Spielpark an der Heinrich-Roller-Straße, auf dem Gelände des Friedhofs St. Marien - St. Nikolai. Mit der Umgestaltung des ehemaligen Friedhofsgeländes wurde im August 2011 begonnen. Die Arbeiten mussten bis Ende des Jahres beendet sein, da die Fördergelder sonst verfallen wären. Der Name „Leise Park” geht auf eine Anregung von Schülern der Grundschule in der Heinrich-Roller-Straße zurück (wenn diese Namens-Vergabe-Praxis Schule macht, wird es wohl demnächst sehr lustig in Berlin ...). Zur Errichtung des Parks kam es, da eine Anwohnerinitiative sich gegen den Verkauf an Bauinvestoren wehrte. Schließlich stellte sich auch das Bezirksamt und die Bezirksverordnetenversammlung auf die Seite der Initiative.
Das Land Berlin kaufte 2009 das von der evangelischen Kirche nicht mehr genutzte Grundstück ab.
Kinderbibeltage 2012
Auch 2012 lädt die Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord zu Beginn der Winterferien zu spannenden Kinderbibeltagen. Eingeladen sind alle Kinder der 1. bis 6. Klasse und die Kinder der Vorschule. Drei Ferientage miteinander verbringen, gemeinsam singen, basteln und Geschichten aus der Bibel hören und gestalten. Von Montag, 30. Januar bis Mittwoch, 1. Februar, jeweils von 9 bis 15 Uhr, Ort: Elias-Kuppelsaal, Göhrener Str. 11. Anmeldung bis zum 20.1.2012, Informationen: www.ekpn.de
Falschparker an „Demo-Strecke“
CARambolagen, eine der Initiativen, die sich kritisch mit dem Umbau der Kastanienallee auseinandergesetzt hat, gelang jetzt ein erstes Foto von einem Falschparker auf der kurz zuvor fertiggestellten „Demo-Strecke“ in der Kastanienallee gegenüber dem Prater. Das Auto steht auf dem zukünftigen „Angebotsstreifen“ oder „Fahrradstreifen“. Bei genauerem Hinsehen ist zu erkennen, dass selbst größere Fahrzeuge neben einem der anderen geparkten PKW in der Parkbucht halten könnten, ohne den Tramverkehr zu blockieren.
Dass dies möglich sei, wurde von der Verwaltung und anderen Befürwortern dieser Art des Umbaus immer bestritten. Zusammen mit dem vom Senat verordneten Tempo 50 werden die Ausweichmanöver der vielen Fahrradfahrer, die die Kastanienallee befahren, zwischen die Schienen aufgrund des höheren Tempos in Zukunft riskant. Schwere Unfälle sind vorprogrammiert.
CARambolagen fordert eine maximale Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 und die zusätzliche Markierung von Fahrradsymbolen zwischen den Schienen.
Kindergärten ausgezeichnet
Das Berliner Bildungsprogramm für Kindertagesstätten verpflichtet alle Träger von Kindergärten, die Qualität der Kinderbetreuung nicht nur selbst ständig zu überprüfen und zu verbessern, sondern auch regelmäßig von außenstehenden Fachleuten zertifizieren zu lassen. Dieser „externen Evaluation“ haben sich die Kindergärten NordOst im vergangenen Kita-Jahr 2010/2011 erfolgreich gestellt: Nach dem seit 2007 in allen 76 Kindergärten des Eigenbetriebes bereits die „internen Evaluationen“, die eigene Überprüfung der Qualitätskriterien, stattgefunden hatten und weiter stattfinden, wurden die ersten 15 Einrichtungen von der „PädQUIS gGmbH“, dem Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin für Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme, genau „unter die Lupe“ genommen. Allen 15 Kindergärten wurde nicht nur eine hervorragende pädagogische Qualität bestätigt, acht Kindergärten erreichten zudem das Deutsche Kindergarten-Gütesiegel. Damit wird diesen Kindergärten bescheinigt, dass ihre Qualitätsstandards deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt liegen. Dieses „Gütesiegel“ wird aber nur für die Dauer von drei Jahren für hohe pädagogische Qualitätsstandards verliehen und muss danach erneut verteidigt werden. Gegenwärtig sind 13 weitere Einrichtungen der Kindergärten NordOst in der Vorbereitung zur externen Evaluation für das Kita-Jahr 2011/2012.
Kinder machen Kurzfilm!
Diese jährliche Initiative von Bewegliche Ziele e.V. in Kooperation mit interfilm Berlin und VISION KINO ist eine der ausgezeichneten „Bildungsideen“ im bundesweiten Wettbewerb „Ideen für die Bildungsrepublik 2011".
Ausgangspunkt ist ein Schreibwettbewerb, der jeweils an sieben unterschiedlichen Berliner Grundschulen stattfindet. Die Gewinner-geschichte wird danach in einem Drehbuchworkshop von einer Auswahl von Kindern aus allen beteiligten Schulen weiterentwickelt und schließlich in den Herbstferien verfilmt. Erstmalig fand in diesem Jahr auch ein Dokumentarfilmworkshop statt, mit dem Ziel den Kindern zu ermöglichen nachfolgend das Projekt in Gänze darzustellen. Der entstandene Film wird neben der Uraufführung als Dokuserie bei "ALEX-Offener Kanal Berlin" gezeigt. Die Preisverleihung findet am 6. Januar um 18 Uhr in der WABE, Danziger Str.101, statt. Programm: Premiere der ersten Kinder machen Kurzfilm!-Doku, die das gesamte Projekt präsentiert. Im Anschluss wird der aktuelle Film „Die magischen Boxhandschuhe“ gezeigt.
Kulturbrunch 3
Das Kinder & JugendTheater MURKELBÜHNE veranstaltet am 29. Januar, 11 Uhr einen Kulturbrunch, diesmal Nummer 3. Der ist dann auch gleichzeitig der traditionelle Neujahrsempfang 2012. Die Schauspielerin Walfriede Schmitt liest aus ihrem Buch „Gott ist zu langsam“. Das spanische Clowns- und Puppentheater „ROTONDA TEATRO“ spielt „Britta, die kleine Ratte." Um Platzreservierungen wird gebeten.
In den Winterferien findet vom 30.1. bis 3.2. ein Ferien-Workshop statt. „Mein anderes Gesicht“: Ein Maskenbau- und Improvisationsworkshop für Menschen ab 10 Jahren. Anmeldungen unter oben genannter Telefonnummer.
MURKELBÜHNE, Greifswalder Str. 88, Tel. 448 33 54
Rollstuhlbasketball und Blindenfußball
Wie fühlt es sich an, im Rollstuhl Basketball zu spielen? Wie spielen blinde Menschen Fußball? Diese Erfahrungen durften die Schüler der Corrie-ten-Boom-Schule am 17. November machen, als „Neue Sporterfahrung“ zu Besuch war. Mit abgedeckten Augen tasteten sich die Schülerinnen und Schüler durch die Turnhalle, hörten das Rascheln des Balles und folgten den Anweisungen des „Leaders“ hinterm Tor. Nach einer Zeit des Orientierens ging es richtig zur Sache: Fußball nach Gehör mit viel Spaß und Körperkontakt. Nicht nur bei den Zuschauern gab es viel zu lachen. In der zweiten Sporthalle lernten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung von zwei Basketballtrainern, die seit einigen Jahren aufgrund von Verkehrsunfällen im Rollstuhl sitzen, wie man einen Rollstuhl bewegt und dabei noch Basketball spielt. Wirklich eine neue Sporterfahrung!
Die Corrie-ten-Boom-Schule ist eine einzügige Integrierte Sekundarschule (ISS) unter dem Dach des Freie Evangelische Schulen Berlin e. V. Die Klassenstärke beträgt in der Regel 25 Schüler. Die Schule möchte Werte vermitteln und Persönlichkeiten stärken. Die Schüler werden ermutigt Nächstenliebe zu leben und sich für ein soziales Miteinander zu engagieren. Neben dem Unterrichtsfach „Soziales Lernen“ und der Möglichkeit, sich zum Konfliktlotsen ausbilden zu lassen oder den Berliner FreiwilligenPass zu erwerben, werden die Schüler in Klasse 10 dazu angeregt ihr zweites Berufspraktikum als Sozialpraktikum durchzuführen und hilfsbedürftigen Berlinerinnen und Berlinern in verschiedenen sozialen Werken helfend zur Seite zu stehen. Kooperationspartner der Schule ist das Schulzentrum Edith Stein, eine Ausbildungsstätte für soziale Berufe.
Am Samstag, 14.01.2012 veranstaltet die Corrie-ten-Boom-Schule von 10-13 Uhr einen Tag der offenen Tür für zukünftige 7. Klässler, Christburger Str. 14, Tel. 443 1237 - 180