BLACK INTERNATIONAL CINEMA

Geschichte, Kultur, Gegenwart

Filme aus Afrika und der afrikanischen Diaspora präsentiert das Festival Black International Cinema im Haus der Demokratie in diesem Monat. Kurzfilme, Dokumentationen und Spielfilme gewähren unbekannte und einmalige Einblicke in vielfältige Welten.

 

Der „Wandel im Erscheinungsbild“ (A Complexion Change) – unter diesem Titel veranstaltet das Fountainhead Tanz Théâtre sein diesjähriges Black International Cinema. Mit dem Titel nimmt das Festival Bezug auf die sich wandelnde Gesellschaft. Er bezieht sich auf die immer internationaler werdende Gesellschaft und auf die sozialen, ökonomischen und politischen Veränderungen. Das 31. Black International Cinema Berlin ist ein Forum, das durch Film, Diskussionen und künstlerische Beiträge Einblicke in unterschiedliche kulturelle, soziale, religiöse und ökonomische Lebenswelten und Perspektiven bietet.

Auf dem Festival werden Filme aus Afrika, der afrikanischen Diaspora und Beiträge mit interkultureller und internationaler Thematik gezeigt. Zum größten Teil sind es unabhängige Produktionen, die in Deutschland nur auf diesem Festival zu sehen sind. Die Filme, darunter kurze und lange Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme, kommen aus Sierra Leone, Brasilien, Iran, Deutschland, Italien, Kap Verde, Nigeria, Uganda, Großbritannien, Kanada und den USA.

Zeitung Prenzlauer Berg Magazin
„Kissing with closede eyes“ – einer der Filme des Black International Cinema. Foto: BIC

Eröffnet wird das Festival mit drei US-amerikanischen Produktionen. Den Anfang macht der Kurzfilm „You wouldn’t expect“ von Evan Kidd. In diesem Film werden die schrecklichen Erfahrungen einer Mutter und ihrer Tochter geschildert. Sie sind zwei von 7.600 Opfern des Eugenik-Programms der 60er Jahre in North Carolina. Darauf folgt „No Child“ von Rob Underhill. Er erzählt die Geschichte eines jungen Collegeabsolventen, der auf einen „echten“ Job in einem Unternehmen wartet. Er überbrückt die Wartezeit mit Selbstmedikation durch Alkohol und finanziert diese Gewohnheit mit seinem Verdienst als Nachhilfelehrer. Am Ende der Trilogie steht „Black Ballerina“ von Frances McElroy. Der Film erzählt die Geschichte von mehreren schwarzen Frauen aus verschiedenen Generationen, die sich in das Ballett verliebten. 

Aus der achtteiligen Serie mit dem Titel "Sierra Leone on the Mend" von lokalen FilmemacherInnen, die das Leben mit dem Ebola-Virus und seinen Folgen schildern, zeigt das Festival vier Produktionen: „Ray of light/Hoffnungsschimmer“ von Arthur Pratt; „Health Workers“/Unter Einsatz ihres Lebens“ von Sia Nyandemoh & Franklin T.O. M'Cormack; „Healing the wounds/Damit die Wunden heilen“  von Salamatu Kuyateh und „Jattu“ von Henrietta Mbawah.

Die brasilianische Dokumentation „Do outro lado do atlantico“ unter der Regie von Daniele Ellery & Márcio Câmara setzt sich mit dem kulturellen Austausch auseinander, dem Vorurteil und den Träumen auf beiden Seiten des Atlantiks. Dies geschieht anhand der Lebensgeschichten von Studenten aus afrikanischen Ländern auf der Reise durch Brasilien.

Mehrere iranische Filme sind auf dem Festival zu sehen, darunter „Azma“ in der Regie von Morteza Sabzeghaba. Er erzählt die Geschichte von Kazem, einem Iraner, der vor vielen Jahren Kriegsgefangener im Irak war, und Sadeq, einem Iraker, der sein Gefängniswärter war. Nach vielen Jahren treffen sie sich Angesicht zu Angesicht im Iran.

Der Film „None be dardesay“ von Yalda Ghashghai handelt von Menschen, die nach dem schnellen Geld suchen. Aus Kap Verde kommt der Spielfilm „Zenaida“. Alexis Tsafas & Yannis Fotou erzählen von Zenaida, einer 19-jährigen Frau. Sie wird in einer europäischen Stadt gezwungen, als Prostituierte zu arbeiten.

Der nigerianische Filmemacher Ubaka Joseph Ugochukwu erzählt in seinem Drama „The missing god“ die Geschichte von Obidike und seinem Dorf Umuaka. Obidike kehrt, nachdem er von seinem Onkel Amadi in die Sklaverei verkauft wurde, aus dem Sklavenlager in Erfüllung seiner göttlichen Bestimmung zurück. 

Die kanadische Dokumentation „The voice of the kora“ von Claudine Pommier beschäftigt sich mit der Kora, einer Harfenlaute mit Ursprung in Westafrika. Traditionell wird sie von Griots gespielt – Märchenerzählern, Diplomaten, Beratern, Dichtern. Seit Jahrhunderten geben sie das Instrument vom Vater an den Sohn weiter. 

Last not least präsentiert das Black International Cinema Berlin die Produktion „Ralph Bunche: An american history“ von William Greaves. Sie dokumentiert das Leben des Ralph Bunche – eines Wissenschaftlers, Diplomaten, Aktivisten für Bürger- und Menschenrechte. Er war der erste Schwarze, der den Friedensnobelpreis für die Verhandlungen zum Waffenstillstand zwischen arabischen Staaten und Israel bekam. 

-al-, April 2016

Filmfestival Black International Cinema, 13.-15. Mai,Haus der Demokratie; Greifswalder Straße 4. www.blackinternationalcinema.de


Kurznachrichten im Überblick

Gruppensupervision für ehrenamtliche Unterstützer

In der 14tägigen Gruppe unterstützt Sascha Neurohr Ehrenamtliche bei folgenden Fragen und Themen: wir gehe ich mit belastenden Erlebnissen um, die ich während der unterstützenden Tätigkeit mache?; wie gehe ich mit Erlebnissen und traumatischen Erfahrungen um, die mir geflüchtete Menschen anvertrauen?; Klarheit in seiner Rolle als UnterstützerIn entwickeln; sich beim Austausch mit anderen Unterstützern gegenseitig unterstützen und somit Entlastung bei schwierigen Situationen erfahren; langfristig die Freude am ehrenamtlichen Engagement erhalten. Zu der offenen Gruppe können jederzeit neue TeilnehmerInnen hinzukommen. Die Teilnahme ist kostenlos, aber pro Abend auf acht Teilnehmer beschränkt. Um eine rechtzeitige Anmeldung (info@neurohr-coaching.com) wird daher gebeten. Nächste Termine: 6.5., 3.6, 17.6., 1.7., 15.7., jeweils 19-20.30 Uhr, Ort: Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz, Fehrbelliner Str. 92, Quelle: [moskito] und Pankow Hilft!

 

Schutz von Gewerbetreibender erreicht

Der traditionsreiche Kosmetiksalon in der Stargarder Straße, dem der grüne Bundestagsabgeordnete Özcan Mutlu bereits gekündigt hatte, erhält nun doch einen Pachtvertrag für fünf Jahre. Der vorangehende Streit bei dem der Immobilieneigentümer Özcan Mutlu und seine Ehefrau Sevim die Miete verdoppelt hatten und nur einen jährlich befristeten Vertrag anboten ist damit beendet. Der zuvor fast sichere Rauswurf des Kosmetiksalons hatte auch grüne Parteikollegen von Özcan Mutlu erzürnt.

 

Schauspieler Sven Normann gestorben

Das Theater RambaZamba, in der Kulturbrauerei, trauert um seinen langjährigen Schauspieler Sven Normann. Er starb am 6. April im Alter von nur 31 Jahren. Der in Berlin geborene Sven Normann begann 2008 seine Arbeit am Theater RambaZamba. In zahlreichen Rollen prägte er das Haus, etwa als Hamm in „Endspiel“, als Odysseus in „Philoktet“ und als Prospero in „Lost Love Lost“. 2014 spielte er in dem Dokumentarfilm „Die Menschenliebe“ (Regie: Maximilian Haslberger) die männliche Hauptrolle. Der Film wurde 2015 auf der Berlinale in der Perspektive Deutsches Kino gezeigt.

 

 

Für behutsames Nachverdichten

Im Wohngebiet an der Michelangelostraße sollen nach der laufenden Planung des Stadtbezirks Pankow 1.700 Wohnungen gebaut werden. Dagegen protestiert der „Verein für Lebensqualität an der Michelangelostraße“ in einer Presseerklärung: „Der der Planung zugrunde liegende Entwurf führt in dem über Jahrzehnte harmonisch gewachsenen grünen Stadtquartier zu Massenquartieren und Hinterhofatmosphäre sowie zu erheblich verschlechterten ökologischen Verhältnissen. Deshalb stoßen diese Planungen auf massiven Widerstand der Mehrzahl der Bewohner!“.

Die Anzahl neuer Wohnungen widerspräche dem Beschluss des Bezirksamtes Pankow, in Wohngebieten mit Neubauten aus den 50er und 60er Jahren eine behutsame Nachverdichtung zu ermöglichen. Gemeinsam sollte untersucht werden, wie diese sozial, ökologisch, städtebaulich und wirtschaftlich realisiert werden kann. Der Verein weiter: „Wir sind nicht gegen eine Bebauung, aber sie muss sozial, ohne Verschlechterung der bestehenden Lebensverhältnisse und im Einvernehmen mit den Bewohnern und nicht gegen sie erfolgen. Behutsames Nachverdichten bedeutet nicht maßloses Zubauen.“

Mehr auf: www.michelangelostrasse.org

 

HandVerLESEN im Bildungszentrum Sebastian Haffner

Am Donnerstag, dem 26. Mai um 20 Uhr lädt die Bibliothek am Wasserturm im Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227, zur Lesung mit dem Berliner Redakteur und Moderator Andreas Ulrich aus seinem neuen Buch „Torstraße 94“ ein. Die Lesung wird durch den Berliner Autorenlesefonds finanziert. Der Eintritt ist frei.

 

Bildungsverein veröffentlicht Entdeckerheft

Zum Tag der Erde am 22. April veröffentlichte der Berliner Bildungsverein Pindactica das Entdeckerheft "Wilde Tiere in der Stadt". Das kostenfreie Mitmach-Heft für Familien und Bildungseinrichtungen erscheint in einer Auflage von 20.000 Exemplaren.

 

Egmont-Schaefer-Preis an Camilla Tucholski

 

Der Berliner Kabinett e. V. hat die in Oevelgönne, Wien und Rom lebende Zeichnerin Barbara Camilla Tucholski mit dem Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung ausgezeichnet. Preisverleihung und Ausstellungseröffnung finden am 3. Mai um 20 Uhr in der Galerie Parterre, Danziger Str. 101, statt. Der Preis ist vom Verein Berliner Kabinett 1998 zu Ehren des Berliner Zeichners Egmont Schaefer (1908–2004) ausgelobt worden. Er dient der Förderung eines zeichnerischen Werkes und der Würdigung der Zeichnung als künstlerische Ausdrucksform. Er ist an keinerlei formelle Bedingungen wie Alter, Herkunft oder Ausbildung gebunden und wird seit 2014 in Zusammenarbeit mit der Galerie Parterre Berlin realisiert.

Stand der Bauarbeiten an der Bösebrücke

Noch bis zum Ende des nächsten Monats erhält die Straßenbahn über die Bösebrücke ein neues Gleis. Der Straßenbahnverkehr der Linien M 13 und TRAM 50 bleibt während dieser Zeit gesperrt, die Fahrbahn für den Individualverkehr ist teilweise nur einspurig. Die Bauarbeiten der BVG sind Teil einer umfassenden Sanierung der Bösebrücke, die im Sommer vergangenen Jahres begann und im Jahr 2017 beendet sein soll.

Die Brücke war marode und zu schwer geworden. Neue Fahrbahnen und Ausbesserungen am Brückengestell sollen das Bauwerk fit für den modernen Großstadt-Verkehr machen. Parallel zu den Arbeiten am Gleisbett der Straßenbahn erfolgen weitere Instandsetzungsmaßnahmen im südlichen Fahrbahn- und Gehwegbereich auf der Bösebrücke. Die bestehenden Umleitungsstrecken, die Führung der Fußgänger und Radfahrer und die Anbindungen an den S-Bahnhof Bornholmer Straße sind von dieser Verkehrsumstellung grundsätzlich nicht betroffen.

Während der Bauzeit wird der Individualverkehr in West-Ost-Richtung umfangreich durch das Gleimviertel umgeleitet.  

 

Mehr zivilgesellschaftliches Engagement gefordert

Anlässlich der jüngsten Flüchtlingskatastrophe und des ersten Jahrestags der Katastrophe im Mittelmeer am 18. April 2015 fordert der Berliner Verein SocialVisions mehr zivilgesellschaftliches Engagement für die „verlorene Generation“ junger geflüchteter Syrerinnen und Syrer. Zelte, Nahrung und Notunterkünfte seien wichtig, doch könne man von Deutschland aus ebenso wichtige Vernetzungsarbeit für Menschen auf der Flucht leisten. Mit der Website syriaonthemove.com gibt der Verein Syrerinnen und Syrern im Exil ein interaktives Sprachrohr und Vernetzungswerkzeug.

 

Festlicher Abschluss der Bauarbeiten

Die Musikschule Béla Bartók und die Grundschule im Eliashof feierten am 21. April nach sechsjähriger Bauzeit den Abschluss der Bauarbeiten im Eliashof in der Senefelderstr. 6. Der Umbau der denkmalgeschützten Gebäudeanlage von Ludwig Hoffmann erfolgte in sechs Bauabschnitten bei laufendem Betrieb. Sämtliche Gebäudeteile und alle Höfe wurden saniert, zusätzliche Raumreserven aktiviert, Kellerräume zu Unterrichtszwecken ausgebaut, Seitenhöfe nutzbar gemacht und eine ehemalige Durchfahrt zum Lehrerzimmer umgebaut. Zur energetischen Sanierung gehört auch ein mit dem Denkmalschutz abgestimmter außenliegender Sonnenschutz.

 

Gedenken an Opfer des 2. Weltkrieges

 

Am 8. Mai finden in Pankow drei Gedenkveranstaltungen anlässlich des 71. Jahrestages zum Ende des 2. Weltkrieges statt. Die Kranzniederlegungen finden in stillem Gedenken um 11 Uhr am Mahnmal des polnischen Soldaten im Friedrichshain, um 12.30 Uhr am Gedenkstein Ostseeplatz in Prenzlauer Berg und um 13 Uhr am Sowjetischen Ehrenmal Schönholzer Heide statt.