TIPPS FÜR EIN GARANTIERT NACHHALTIGES FEST

Weihnachten, komplett in Bio

Grün denken gehört in Prenzlauer Berg zum Lebensgefühl. Grün schenken steht mit Weihnachten vor der Tür. Grün feiern empfehlen die „Prenzlberger Ansichten“ und geben hier Tipps für ein 2013er Weihnachtsfest, komplett in Bio.

Das Gute an Bio-Weihnachten, made in Prenzlauer Berg: Nicht nur alle Zutaten, von A wie Apfel bis Zimtstange, sind rein biologisch. Sie können auch allesamt im Bezirk erworben werden. Das spart Fahrten kreuz und quer durch Berlin oder lange Lieferwege und damit Benzin oder gar Kerosin. Die Produkte stammen von regionalen Er­zeu­gern und werden regional gekauft. Große Biosupermärkte und kleine Bio­läden, Bio-Metzgereien, Bio-Modelabels sowie all die anderen Shops und Läden, die sich dem Öko-Zertifikat verschrieben haben, machen dieses Weihnachten zu einem reichen und nachhaltigen Fest. Gesund und politisch korrekt ist es ohnehin. Und weil Bio inzwischen kaum mehr teurer ist als konventionelle Produkte, muss ein hundertprozent ökologisches Weihnachten keine Frage des Geldbeutels mehr sein. 
Der Bio-Weihnachtskauf-Bummel beginnt beim Bio-Weihnachtsbaum: Statt weitgereister Nordmanntannen gibt es in Blumenläden und Pflanzenmärkten Brandenburger Fichten oder Kiefern, biologisch gewachsen, also ohne chemische Pflanzenschutzmittel oder -dünger. Wer trotz des Ökosiegels das gefällte Grün nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, kauft ein Bäumchen samt Wurzel im Topf. Das kann nach den Feier­tagen ausgepflanzt werden und draußen in Ruhe weiterwachsen. Ein Tipp vom NABU, damit das Weiter­wachsen auch gelingt: Das Bäumchen vor dem Einpflanzen erst einige Tage im kühlen Treppenhaus stehen lassen – so kann es sich an die niedrigen Tem­pe­raturen unter freiem Himmel besser gewöhnen. Eine schöne Idee ist auch, sich sein Weihnachtsbäumchen aus einem Samen selbst zu ziehen. Verschiedene Geschenke-Shops bieten Samen samt Erde in einer hübschen Konservenbüchse – wachsen muss es dann allerdings bis zum nächsten Weihnachtsfest. So grünt das ganze Jahr auf den Heiligen Abend hin.
Der Bio-Schmuck für die Bio-Tanne: Selbst Gebasteltes aus Recyclingpapier oder Filz, Figuren aus Holz oder Stroh. Die schönsten Bio-Kerzen sind aus Bie­nenwachs und stammen vom heimischen Imker. Guten Honig gibts auch dazu. Wer den zum Backen und Süßen verwendet, lebt gesund und trägt zudem zum Erhalt der Pflanzen-Artenvielfalt bei.

Aus artgerechter Tierhaltung stammen die Bio-Weihnachtsgänse, die verschiedene Fleischer-Fachgeschäfte des Be­zirks anbieten. Wer seinen Weihnachts­braten-Kauf mit einem Ausflug in die Region verbinden will, fährt per Wochen­end-Ticket mit der Bahn auf einen der Geflügelhöfe des Umlandes und bringt sich die Gans selbst mit. Und wer zum Fest ganz auf Fleisch verzichten will, findet in den Bioläden, auf den Biomärkten und in den Frischetheken der Supermärkte vegetarische Alter­na­tiven: Tofu-Würstchen zum Bio-Kar­tof­fel­salat oder knackig-gesunde Gemüse­sorten für Aufläufe & Co oder Bio-Karpfen aus kontrollierter Aquakul­tur.
Auch all die Leckereien, die schon in der Adventszeit den Winter versüßen, gibt es in Bio: Lebkuchen und Spekulatius, Printen und Schokoladenherzen. Für diejenigen, die lieber selber backen, halten die Läden alle Bio-Zutaten samt Back­re­zep­ten bereit. Bio-Koch- und Back­bücher sind übrigens auch schöne Weih­nachtsgeschenke.
Damit sind wir beim umfangreichsten Teil des weihnachtlichen Einkaufsb­um­mels, bei den Geschenken. Bio-Ratgeber empfehlen reduziertes, ausgewähltes Schenken, denn weniger statt mehr ist auch bio: Weil es von vornherein Res­sour­cen schont. Spielzeug aus Holz gibts in den vielen Spieleläden, schön bunt und mit langer Lebensdauer. Auch Erwachsene können sich das älteste und ökologischste Material der Welt schenken. Denn was IKEA einst vormachte, haben auch Prenzlberger Designer entdeckt: Möbel aus Holz sind nicht nur schön und wirken lebendig, sie sorgen auch für angenehmes Wohnklima. Das FSC-Siegel auf dem Produkt garantiert, dass es sich um Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft handelt.
Feinere, kleinere Geschenke sind Bio-Kosmetika, die handmade in Prenzlauer Berg hergestellt werden – für Männer und Frauen gleichermaßen. Cremes und Düfte, Schaumbäder und Öle ohne Chemie schauen schön aus und machen schön.
Edle Kleider für feine Anlässe oder ein Öko-Outfit für den Alltag gibt es in den Modeläden mit Bio-Zertifikat. Zumeist entstammen die Materialien auch dem fairen Handel.
Ökologisch verpackt werden die Ge­schenke in Recycling-Materialien – von Papier bis Stoff. Wer noch mehr Öko schenken will, der schenkt Baum- und Waldpatenschaften oder Jahresmit­glied­schaften für Natur- und Umweltvereine. Auch zum Erhalt der Naturlandschaften auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen kann man per verschenkter Patenschaft beitragen.
Biologische Inspirationen für ein Fest­essen und schöne Geschenke gibt es nicht nur in den Bio-Läden. Beim Bum­mel über die Advents-Ökomärkte am Kollwitz­platz lassen sich grüne Ge­schenke erstehen. Bio-Glühwein oder Bio-Bratwurst gehören zu so einem Bum­mel natürlich dazu.
Fehlt eigentlich nur noch der Bio-Weih­nachtsmann, also: Der gütige Alte auf seinem Schlitten aus nachwachsenden Rohstoffen, gezogen von Rentieren aus nachhaltiger Tierhaltung. Den weißen Rauschebart schön gepflegt mit Bio-Kosmetik und gebadet in Sandelholz- und Lavendelöl aus Fairtraide. Den Lei­nen­sack gefüllt mit all den kostbaren Bio-Geschenken.
Der wird bei so viel Bio ja wohl seinen Weg ganz leicht in den Prenz­lauer Berg finden. Die Vorfreude darauf versüßen kleine Weihnachts­män­ner aus weißer oder dunkler Schokolade, natürlich Bio.
 ✒ -al- (Dez 2013)