KAFFEEGENUSS

Die kleine Schwarze

Espresso, Ice Cappuccino oder Filterkaffee - die kleine schwarze Bohne gehört in ihren unterschiedlichsten Facetten zu unserer Lebenskultur. Ob gemeinsam genossen oder To Go -  auch Kaffee unterliegt modischen Trends. Und ist Thema ganzer Festivals. Ein Update.

 

Jede Erfolgsgeschichte beginnt mit einer Legende. Die Erfolgsgeschichte von Espresso, Kaffee und Latte beginnt so: Einst fiel einem Hirten das ungewöhnliche Verhalten eines Teils seiner Ziegenherde auf. Die Tiere hatten von einem Strauch mit weißen Blüten und roten Früchten gefressen und sprangen bis in die Nacht hinein munter umher. Der andere Teil der Herde lag wie gewöhnlich im Schlaf. Als der Hirte selbst die Früchte des Strauchs probierte, fühlte auch er sich belebt und berichtete darüber den Mönchen eines benachbarten Klosters. Diese entdeckten die Wunder der dunkelgrünen Sträucher für sich. Sie bereiteten aus den Früchten einen Aufguss und konnten fortan bis tief in die Nacht hinein wach bleiben, beten und miteinander reden. 

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Diese Legende spielt im Königreich Kaffa, im Südwesten des heutigen Äthiopiens. Als Kaffee wird die Wunderpflanze bereits im 9. Jahrhundert erwähnt, über Arabien und deren Handelszentrum Mokka gelangten die belebenden Bohnen schließlich ab dem 14. Jahrhundert in den Rest der Welt.

Die äthiopische Zubereitungsart von Kaffee ist die ursprünglichste: Nach dem Rösten der Bohnen in einer großen Eisenpfanne werden diese grob gemahlen oder im Mörser zerstampft. Das Mahlgut wird mit Wasser und Zucker in der sogenannten Jabana, einem bauchigen Tonkrug ähnlich einer Karaffe, aufgekocht und in kleinen Schalen serviert. 

Heute gibt es unzählige Variationen, Röstarten und Zubereitungsarbeiten für Kaffee. Die kulturellen Traditionen aus Brasilien, Italien oder Österreich vermischen sich zu einem großen Zeitgeist des Kaffees – die globale Erfolgsgeschichte schlechthin. Regelmäßig geben Kaffee-Händler, -Röster und auch Baristas denn auch neue Trends heraus. 

Hier sind einige der aktuellsten:

 

Kaffee, kalt angerührt 

Cold Brew Coffee wird kalt und komplett ohne Hitze gebrüht. Die Zubereitungsdauer liegt bei rund einem halben Tag. Das Besondere: Kaffee, der durch diese Zubereitungsvariante gebrüht wurde, enthält ein Minimum an Bitterstoffen. Er ist ein Hochgenuss, der auch von Menschen mit einem empfindlichen Magen gut getrunken werden kann. Und so wird er zubereitet: 200 Gramm Kaffee werden in ein großes Gefäß gegeben, ein Liter kaltes Wasser dazu gegossen, die Mischung anschließend gut verrührt. Dann mit Frischhaltefolie abdecken und bei Zimmertemperatur zwölf Stunden ziehen lassen.

Danach die Mischung filtern. Das so gewonnene Kaffeekonzentrat kann bis zu vier Wochen im Kühlschrank aufbewahrt werden, für ein gutes Aroma sind zwei Wochen empfehlenswert.

Um einen frischen Kaffee daraus zuzubereiten, mischt man einen Teil Konzentrat und zwei Teile heißes Wasser.

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Der schicke Filterkaffee

Perfektioniert wird das Kaffeekochen derzeit durch seine Vereinfachung. In Szenecafés gibt es eine Zubereitungsart, die viele allenfalls von ihren Großeltern noch kennen: Der Filterkaffee erlebt sein Comeback. Er wird mit Aufsatzfiltern von Hand, langsam und mit aller Sorgfalt zubereitet. Sinn und Zweck ist nicht nur das Auskosten der Zubereitung. Das Wasser wird knapp unter dem Siedepunkt aufgegossen. Auf diese Weise kann sich der Kaffee gut entfalten und enthält weniger Bitterstoffe. Mit gläsernen Filtern und in gläsernen Kannen zubereitet, wirkt Filterkaffee richtig schick.

 

Kaffee in der Kapsel

Ein Trend, der weiter aktuell bleibt, sind die Kaffeekapseln aus der Maschine. Frische Kaffeeportionen werden im Dampfdruckverfahren aufbereitet. Das ist zwar nicht sonderlich ökologisch, hat sich aber vor allem im Business, in Firmen und Unternehmen, durchgesetzt. Zumal das Angebot an Kapseln immer weiter wächst, ob mit zusätzlichen Aromen oder ohne.

 

Die simple Espressokanne 

Was wiederum den heimischen Herd betrifft, bleibt die gute alte Espressokanne der Trendsetter schlechthin. Mit ihr lässt sich, auf Gas- oder E-Herd, hochwertiger Espresso zubereiten, der zugleich die Grundbasis für Cappuccino und andere feine Kombinationen aus Milch und Kaffee bietet. Wie es für die Zubereitung und Verköstigung von Wein Kurse gibt, so gibt es auch für das Kochen und Genießen von Espresso und Co Kurse und Workshops.

 

Berlin Coffee Festival 

In Berlin gibt es für den Kaffee sogar ein ganzes Festival. Im vergangenen Jahr zum ersten Mal durchgeführt, öffnen auch in diesem Jahr, vom 2. bis 4. September, die Coffee Shops und Röstereien der Stadt ihre Türen und teilen ihr Wissen und ihre Leidenschaft: In Workshops und Parties, beim Tasting und auf einem Markt. Das Berlin Coffee Festival präsentiert die Macher und Genießerinnen der hauptstädtischen Kaffee-Kultur. Es lädt zum Live-Erlebnis der großen, kleinen Schwarzen.

Mehr auf: berlincoffeefestival.de