SCHÖN UND SELBSTGEMACHT

Eigenes Licht und zartes Grün

Was braucht es für die Winterzeit? Selbstgemachte Dekorationen, handgefertigte Geschenke und schöne Dinge für den Alltag liegen auch in 2017 noch im Trend. Schokolade, Kleidung, Spielzeug und Co. gibt es in den zahlreichen Manufakturen von Prenzlauer Berg. Unsere Empfehlung: Auch selbst etwas selbst machen.

 

Es ist ein kindlicher Wunsch, der so oder so ähnlich in dieser Zeit an uns Erwachsene herangetragen wird: „Lass uns Kerzen selbst machen. Lass uns das Licht, das die dunklen Tage verzaubert, selbst machen.“ Der kindliche Wunsch trifft die Lust der Erwachsenen. Doch: Was für Kerzen sollten es sein? Stumpen, Kugeln, Kegel oder gar Dreiecke? In welcher Form, und in welcher Farbe soll das selbstgemachte Licht brennen? Im reinen Weiß, im klassischen Rot, in vielen Farben, die sich miteinander vermischen? Zutaten für die DO-it-Your-Self-Kerzen gibt es im eigenen Zuhause, in den Bastel- und Kerzenläden und -werkstätten in Prenzlauer Berg. Hier sind drei Tipps von KerzenmacherInnen, wie das eigene Licht gelingt.

 

Die Kerzen-Zutaten

Es braucht: alte Kerzenreste oder Wachstafeln und Garn oder Faden aus reiner Baumwolle. Für die Kerzenform: Konservendose oder Ähnliches; eine leere Klopapier-Rolle, alte Tee- oder Kaffeetassen, Einmachgläser bzw. andere hitzeresistente Gefäße; dazu Zahnstocher.

Die Vorbereitung: Die Wachs- und Kerzenreste nach Farben sortieren und im Wasserbad in einer Metalldose erhitzen. Darauf achten, dass das kochende Wasser nicht zu hoch spritzt und in das Wachs gerät. Übrige Dochtreste und ähnliche Verunreinigungen mit einer Gabel aus dem flüssigen Wachs fischen. Das Baumwollgarn zu einer Kordel flechten bzw. fest verzwirbeln. Die Kordel in heißes Wachs tauchen und abkühlen lassen.

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Kerzen in vielerlei Formen und Farben: In den Manufakturen lassen sie sich kaufen – oder einfach selbst machen. Foto: al/uk

Kerzen machen in drei Varianten

Für die erste Variante des Kerzengießens braucht es eine Papprolle. Den Docht mit Hilfe der quer aufliegenden Zahnstocher mittig in die Papprolle einspannen, diese möglichst gerade in ein mit Sand gefülltes Gefäß drücken. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen. Wer verschiedene Farben verwenden möchte, gießt die erste Farbe zu einem Drittel oder zur Hälfte in die Papprolle, lässt das Wachs ein wenig trocknen und gießt dann die nächste Farbe nach. Sobald das Wachs fest ist - das dauert etwa zwei Stunden - die Papprolle vorsichtig lösen. 

Für die zweite Variante des Kerzengießens eignen sich alte Porzellan-Tassen oder Einmachgläser, auch kleine Schalen aus Ton oder aufgeschnittene Tetrapaks. Den Docht mit Hilfe des quer aufliegenden Zahnstochers mittig auf das Gefäß legen. Das heiße, flüssige Wachs vorsichtig eingießen. Dann das Wachs fest werden lassen.

Variante drei des Kerzenmachens ist das Ziehen von langen, schlanken Kerzen. Der Baumwollfaden, der als Docht dient, sollte etwa 15 Zentimeter länger sein als die Kerze werden soll. An das obere Dochtende eine Schlaufe knoten, an das untere einen Nagel befestigen. Der Nagel verhindert, dass die Kerze während des Kerzenziehens vom Docht rutscht.

Nun wird der Docht in ein mit Wachs gefülltes Gefäß getaucht. Nach dem Eintauchen mehrere Sekunden warten, bis das Wachs angetrocknet ist – am besten hängt man die Kerze während des Wartens an einen Haken. Nach dem Antrocknen den Docht wieder eintauchen, dann wieder und wieder. Nach und nach entsteht so die Kerze. Je dicker sie wird, desto länger müssen die Pausen zwischen dem Eintauchen sein. 

 

Natur für drinnen

Die selbstgemachten Kerzen spenden individuelles Licht. Ein selbst gestalteter Strauß oder ein Gesteck bringen zartes Grün in die Wohnung. Floristen bieten die vielfältigsten Gestecke und Sträuße, Kränze und Zweige an. Wer nicht kaufen, wer lieber selbst machen will, kann das in Kursen in zahlreichen Floristik-Geschäften gemeinsam mit anderen tun. Die traditionellen Advents- und Weihnachtsfarben sind Grün, Weiß und Rot. Seit altersher sind die Fichte, Tanne und Kiefer, auch die immergrünen Pflanzen Buchsbaum, Eibe, Mistel, Wacholder oder Efeu in den kalten Wintermonaten Symbole der Hoffnung auf die baldige Rückkehr des Lebens.

 

Zeitung Prenzlauer Berg Magazin
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Ein schöner winterlicher Pflanzenschmuck ist weiß. Weiß steht für Schnee und Winter und ist auch ein Symbol der Reinheit, Unschuld und Klarheit. Gleichzeitig gilt die Farbe als elegant, erhaben und feierlich. Weiß dominiert in den Blumenläden in vielen Varianten: In Perlmutt, Elfenbein, reinem Weiß oder Sandfarben. Weiße Winterblumen sind Hyazinthe, Freesie, Orchidee und Chrysantheme.

Für Wintersträuße und Weihnachtsgestecke eignen sich auch edle Rosen, elegante Freesien, zarte Tulpen und Chrysanthemen mit üppigen Blüten. Daneben sorgen weiße Nelken, kleine Margeriten und Schneebeeren für Abwechslung im floristischen Weihnachtsschmuck.

 

Dreimal Winterdeko in Weiß

Drei Ideen für selbstgemachtes weißes Wintergrün: Ein edler Winterstrauß besteht aus prächtigen Orchideen, weißen Hyazinthen, zarten Freesien und Chrysanthemen. Für einen Winterstrauß legt man die Orchidee sowie die Chrysantheme in die Mitte und ordnet die anderen Blumen unterhalb der Blüten an. Anschließend den Strauß mit weißem Schleifenband binden und in eine Glasvase stellen.

Eine weitere Variante eines Blumengestecks besteht aus der Winterblume Amaryllis, weißen Rosen und Tulpen. Die Amayrllis in die Mitte nehmen, Tulpen und Rosen, leicht verkürzt, drumherum arrangieren. 

Ein weißes Gesteck besteht aus einem grünen Kranz, in den Schneebeeren, Mageriten und weiße Teerosen gebunden sind, die das Grün wie Perlen schmücken. Den Kranz aus Lebensbaum oder Fichtenzweigen mit Draht binden, am besten um einen Holzring, abwechselnd die Beeren und Blüten aufstecken. Feine Stängel können dazu mit Draht verstärkt werden. Wird der Kranz alle drei Tage leicht mit Wasser besprüht, hält er sich länger. In die Mitte passt eine selbstgemachte Kerze.

 

red, Dezember 2017