OUTDOOR STATT INNENSTADT

Sport und Style, Orte und Ziele für Draußen

Die Lust am Draußensein ist auch in dieser Saison ungebrochen. Kleidung und Equipment sind superleicht und umweltschonend, das Land rund um Berlin ist noch gastfreundlicher geworden. Drei Ziele für die Saison 2016.

 

Mit Rundstrick-Schuhen und kaum mehr als 100 Gramm schweren Outdoorjacken, mit Kunstfaser-Schlafsäcken und Leichtmetall-Rädern bieten Outdoor-Hersteller für 2016 noch weniger Gewicht und damit noch mehr Komfort fürs Draußensein. Die Landschaften rund um Berlin locken mit Gastfreundlichkeit und neuen Angeboten für den sanften Tourismus. Ob zu Fuß, per Rad oder Kanu - unsere Touren sind für alle drei Top-Outdoor-Formate geeignet. Das ganze Frühjahr und den ganzen Sommer lang.

Zeitung Prenzlauer Berg Magazin
Lust auf draußen: Am besten mit dem Fahrrad. Foto: Velo Berlin.

Tour Eins. Für Nah-Erkunder. Diese Tour bringt Outdoor ganz in die Nähe. Sie führt zum Templiner See nach Potsdam. Eine halbe Stunde mit der Bahn vom Alexanderplatz dauert die Anfahrt bis Potsdam Hauptbahnhof, mit der S-Bahn eine knappe halbe Stunde länger. Wer mit dem Rad angereist ist, kann zunächst einmal kreuz und quer durch Potsdam fahren, dann führt die Route entlang der Havel, die hier schon breit wie ein See ist. Eine schöne Strecke am Ufer entlang. Standbars und Marine-Häfen verbreiten mediterranes Flair, in kleinen Buchten lässt sich versteckt picknicken oder schon ins Wasser eintauchen. Schwäne ziehen vorbei, die ersten Schiffe segeln übers Wasser. 

Weiter geht die Tour am Ufer Richtung Templiner See. Rechts stehen Backsteinbauten und neomoderne Wohnblocks, links blinkt das Wasser. Am Campingpark Sanssouci lässt sich verweilen. Ein Restaurant mit Terrasse und Seeblick bietet typisch regionale Gerichte und hausgebackenen Kuchen. Das Wassersport-Center leiht Kanus oder Surfbretter aus und bietet auch Kurse an. Wer hier nach einer Fahrt übers Wasser seinen Ausflug beendet, kann vom Bahnhof Pirschheide direkt zurück nach Berlin fahren.

Wer noch weiter möchte, fährt auf dem Europaradweg bis zum Schwielowsee, umrundet ihn und landet im malerischen Caputh. Schloss und Kavaliershaus wollen besichtigt werden, Cafes laden zu Crepes und Espresso, zu Eis und Bionade. Weiter geht die Tour zum Strandbad Templin, auch hier kann man Kanus oder Kajaks ausleihen. Bis zurück zum Bahnhof Potsdam sind es nur wenige Kilometer. Die kann man auch per Wassertaxi über die Seen und die Havel zurücklegen.

Tour Zwei. Für Kulturfreunde. Die Fontanestadt Neuruppin, knapp 80 Kilometer nördlich von Berlin, hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Häuschen rund um die zentralen Plätze sind saniert, am Seeufer wachsen Feriensiedlungen mit Eigentumswohnungen. Cafes und Weinlokale warten auf Gäste. Wer mit dem Zug nach Neuruppin reist, sollte zunächst die Stadt durchwandern. Nach einem Großbrand Ende des 18. Jahrhunderts komplett neu errichtet, atmet sie noch immer den Geist der Aufklärung. Breite Straßen und große Parkanlagen künden vom Willen, allen Einwohnern einen lebenswerten Ort zu bieten. 

Neuruppin ist ein gastfreundliches, lebendiges Städtchen. Seine Bevölkerung wächst wieder, viele einstige Bewohner ziehen in das Zentrum des Ruppiner Landes zurück. Das liegt auch am reichen Kulturleben des Ortes: In einer der Kirchen wird jetzt Kultur gemacht, im Sommer gibt es Festspiele. Stadtführer wandeln auf Fontanes Spuren. Die wechselvolle Geschichte lässt sich im Museum mit seinem neuen schicken Anbau erkunden. Kultur begegnet hier vielerorts: Auf einer Wanderung rund um den See; auf einer Radtour durch sämtliche Ortsteile Neuruppins mit alten Mühlen und umgenutzten preußischen Kasernen. Eine Übernachtung empfiehlt sich. Dann kann man auch der Therme mit ihren Solebädern direkt am Neuruppiner See einen Besuch abstatten.

Tour Drei. Für Natur-Entdecker. Direkt an die Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern führt diese Tour. Zu empfehlen ist zumindest eine Übernachtung, erst recht, wenn Kinder beim Ausflug dabei sind. Die erste Strecke der Tour ist per Fahrrad oder zu Fuß möglich. Vom 

Bahnhof Templin-Stadt aus führt die Tour durch das langgestreckte Städtchen in der Uckermark, mit vielen Gelegenheiten zum Verweilen in Cafes oder am Seeufer. Entlang von Feldern und durch Wälder geht die Strecke Richtung Lychen – mitten hinein in den Naturpark. An der Floßstation lässt sich ein Floß ausleihen, auch Kanus sind zu mieten. Eine idyllische Wasserwanderstrecke führt nun über den Küstrinchener Bach und weitere kleine Seen und Flüsschen bis Thomsdorf an den Dreetzsee. Auf dem Naturcampingplatz kann man übernachten und frisch geräucherten Fisch direkt vom Fischer kaufen. Das Örtchen selbst, in dem inzwischen mehr Berliner als Einheimische wohnen sollen, hat eine wunderhübsche Kirche und Kunsthandwerker, die ihre Keramik und Töpfereien anbieten. 

Auch auf dem Landweg kommt man nach Thomsdorf. Von Lychen aus ist es eine längere Strecke durch den Wald, besser zu Fuß als mit dem Rad befahrbar. Kurz vor Thomsdorf liegt das Dörfchen Rosenow, in dem sich die typischen Uckermärkischen Bauernkaten bewundern lassen. Thomsdorf selbst liegt noch in Brandenburg, der wunderbare klare Dreetzsee gehört schon zu Mecklenburg. Von hier aus sind es nur noch ein paar Kilometer bis in den Kurort Feldberg. Das Städtchen hat sich komplett auf Touristen per Rad und Boot eingerichtet. Der hübsche Kurpark lädt zum Verweilen, Touren führen direkt ins Naturschutzgebiet um den Schmalen und den Breiten Luzin. Hier wachsen zum Beispiel die seltenen Süßwasserkorallen. Von Feldberg geht’s mit dem Bus zurück nach Neustrelitz, von dort aus mit der Bahn retour nach Berlin. Wer lieber radeln möchte, kann via Lychen und Fürstenberg auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen zurück in die Hauptstadt.

-al- (März 2016)

Unser Tipp für Outdoorler: Die Fahrradmesse VELO Berlin. Vom 16. bis 17. April dreht sich auf dieser Schau alles um Rad und leise Mobilität, um Bikes, Produkte, Touren, Politik. Mehr auf: www.veloberlin.com