OUTDOOR STATT INNENSTADT

Wandern, Sammeln, Kuhflüstern

Kräuterwandern oder Kletterfelsen, Bio-Camping oder einfach Baden gehen – der April lockt uns nach draußen. In die Gärten, auf die Grünflächen und in die Parks und – noch weiter raus ins Umland. Hier sind für 2017 Tipps zu Sport und Style, Orten und Zielen für draußen.

 

Die Wildnis beginnt vor der Haustür, mit ihr beginnen Abenteuer, Entspannung oder Entdecken. Raus an die Luft kann auch heißen: Sehen und erkennen, was uns am Wegesrand, im nächsten Park oder auf der nächsten Brachfläche umgibt. Oder eben: Körper und Geist an frischer Luft stärken. Der April ist zum Beispiel die Zeit, sich mit den Wild- und Heilkräutern vertraut zu machen, die in und um Berlin wachsen. Das Gute daran: Auf Kräuter-Touren weht natürlicher Wind um die Nase – und am Ende ist Essbares im Korb oder Beutel.

 

Outdoor mit Kräutern

Umweltverbände, Gesundheitsexperten und Heilpraktiker bieten Kräuterführungen durch Prenzlauer Berg  und ins Berliner Umland an. Auf den Touren, die zwischen drei Stunden und einem ganzen Tag dauern, lernen die Teilnehmenden Wildkräuter kennen – als Zutaten für frischen Salat, als Gewürz oder als Heilmittel bei Krankheiten. Auch, welche Blüten essbar sind und wie sie am besten zubereitet werden, ist auf den Touren zu erfahren. 

 

Zeitung Prenzlauer Berg Magazin
Draußen sein und Natur genießen: Outdoorziele locken in und um Berlin. Foto: Bio Ranch Zempow

Ernährungsberaterin Erika Westphal von der Grünen Liga hat für Kräutersammlerinnen und -sammler ein Buch geschrieben. „Wildkräuter“  beschreibt 55 Kräuter, wo sie zu finden sind, wie sie verwendet werden und wie sie wirken. Das Büchlein zur Outdoor-Kräuter-Tour enthält zudem einen  Sammelkalender für den optimalen Überblick und Tipps für richtiges Sammeln und Aufbewahren. 

 

Outdoor mit Mönchen

Wandern lässt sich auch auf dem Jakobsweg. Teilstrecken des traditionsreichen Pilgerpfades liegen in Brandenburg. Die Mönche des Herz-Jesu-Klosters in der Greifswalder Straße bieten in der Outdoor-Zeit bis zum Herbst eintägige Wanderungen an. Diese Wanderungen wollen vor allem: Miteinander sein, innere Einkehr und Ruhe halten und sich selbst und Natur intensiv erfahren. Herz-Jesu-Pater Markus Mönch hat auf den Touren auch die Bibel im Gepäck: „Ich bin nicht nur auf die Landschaft, auch auf die Gespräche gespannt“, sagt er. 

Die Wanderungen richten sich an Pilger-Anfänger ebenso wie an Outdoor-Fans. Auf Strecken bis zu 20 Kilometer Länge sind Menschen, Landschaft, Laufen und das eigene Selbst auf natürliche Weise erfahrbar. Outdoor heißt hier, im Draußen den Blick nach innen finden. Zum Beispiel auf der Tour zwischen Wald und Spree. Oder auf dem Pilgerpfad entlang der Beelitzer Spargelfelder. Im Herbst dann wandert Pater Mönch mit Outdoor-Pilgerern durch Apfelhaine oder das rote Luch bei Müncheberg. Festes Schuhwerk, Durchhaltewillen und geschärfte Sinne sollten mitgebracht werden, rät der Ordensbruder. Die Pilgertouren sind auch für Familien geeignet.

 

Klettern wie in den Alpen

Hoch hinaus geht es auf den Kletterfelsen und an den Kletterwänden des Deutschen Alpenvereins. Im Berliner Mauerpark und ein Stück weiter, an der alten Bunkerwand im Humboldhain, sind Haken, Tritte und Griffe angebracht für diejenigen, die Outdoor-Spaß mit sich und der Wand haben. Bis zu 15 Meter in die Höhe ragen die künstlichen Felsen, bis zu 50 Touren sind möglich. Der Kletterfelsen im Mauerpark ist eher für Anfänger gedacht; im Humboldthain klettern Fortgeschrittene. Die richtige Ausrüstung braucht es ebenso wie Training für Hände, Arme und Beine. Wen es zum Klettern weiter raus zieht, der findet zum Beispiel in der Sächsischen Schweiz ein beliebtes Klettergebiet. Die Sandstein-Felsen rund um die Elbe laden mit ihren zahlreichen Höhlen und Kammern zudem zum Übernachten in der Natur. 

 

Land und Landwirtschaft erleben

Im Süden die Berge, im Norden plattes Land. An der nördlichen Brandenburger Landesgrenze hat sich ein Dörfchen zum Bio-Kultur-Geschichts-Örtchen etabliert. Das „Buchfinkendorf“ Zempow ist beliebtes Ziel für Radtouren, für Wanderungen, für Urlaub auf der Bio Ranch. Es gibt regionale Köstlichkeiten und Erlebnisse für alle Sinne rund um die Heide. Zwischen Wald, Seen und Feldern ist das Dörfchen gelegen. In Zempow lässt sich Zwischenstation auf einer Radtour machen; hier lässt sich ein Wochenende entspannen – oder auch längere Zeit. Outdoor-Empfinden ist in dem Örtchen immer garantiert – gepaart mit hautnahem Miteinander mit Tieren, mit Natur und Landschaft.

Die Bio Ranch Zempow hält Rinder, mit deren Fleisch sie auch Berliner Bio-Läden beliefert. Urlaub auf dem Bauernhof kann bei den Landwirten ein Rundum-Erlebnis sein: Es gibt Seminare für alle, die die Kunst des Pferdeflüsterns oder des Kuhflüsterns erleben wollen. Achtsamkeit für sich und für Tiere lässt sich hier in eintägigen Kursen erlernen. Der Reiterverein bietet Reitkurse. Yoga unter freiem Himmel bringt Körper und Seele ins Gleichgewicht. 

Kinder können einen Bio-Erlebnistag mit Lagerfeuer und Outdoor-Geschichten erleben oder einen Schafspaziergang mit den wolligen Vierbeinern der Ranch unternehmen. 

 

Outdoor Feste feiern

Im Zempower Dorfladen gibt es regionale Bio-Produkte und Tipps, wie sich die Landschaft rund um Zempow am besten erkunden lässt. Im Dorf-Cafe lädt ein offener Garten mit Galerie zum Genuss im Grünen. Die Friedensscheune informiert über die ältere und jüngere Geschichte der Region, die seit einiger Zeit „freie Heide“ ist. 

Das komplette Dorf-Erlebnis bietet sich zu den Festen in Zempow, zum Beispiel zum Osterfeuer oder zum Hoffest im Sommer oder zu Herbstfest und Weihnachtsmarkt. Das örtliche Autokino veranstaltet sonntags einen Kofferraum-Trödel. 

Outdoor nah und fern. Hier gibt’s Informationen:

Kräuterwanderungen: www.grueneliga-berlin.de

Outdoor auf dem Brandenburger Jakobsweg: wandern@scj.de

Klettern in- und outdoor mit dem Deutschen Alpenverein: www.dav-berlin.de

Bio-Outdoor mit Radfahren, Reiten, Bio-Ranch, z. B. in Zempow: www.zempow.de

Die Routen

Welche Route ist für wen und wann geeignet? Auf dem Portal: www.jogmap.de tauschen sich Berliner Joggerinnen und Jogger über ihre Lieblingsrouten aus: Sie laufen auf dem Mauerweg durch den Mauerpark; manche lieben es, die Danziger- und Eberswalder Straße entlang zu joggen, wieder andere umrunden den Volkspark Prenzlauer Berg. Sehr beliebt ist auch der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, der unter Singles als Treff zum Flirten gilt.

Lust darauf, die Pantoffeln gegen die Laufschuhe zu tauschen? Ein Sportler-Check-up beim Arzt hilft, gesundheitliche Risiken beim Start in die Laufsaison auszuschließen. Krankenkassen finanzieren einen Basis-Check-up und teilweise Belastungs-EKGs. Und bei „Berlin läuft“ gibt es neben Lauftreffs zum gemeinsamen Joggen das „Energy to Run“-Paket, mit individuellem Coaching und Gesundheits-Tipps. Der nächste Berlin-Marathon startet am 29. September, den Halbmarathon gibt’s schon am 2. April.

Ein wichtiger Termin für Läuferinnen und Läufer ist die Messe „Berlin Vital“ vom 30. März bis 1. April. Parallel zum Berliner Halbmarathon präsentiert die Schau mehr als 100 Aussteller aus Sport-, Lauf- und Wellness-Branche.

-red- März 2017

Mehr auf: www.berlin-vital.de